Geschichte - Wohnen am Möhnesee

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WOHNEN AM MÖHNESEE
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Möhnesee Daten & Geschichte
Daten Möhnetalsperre
Die Möhnetalsperre liegt im Kreis Soest in Nordrhein Westfalen. Erbaut wurde der Staudamm wurde von 1908 bis 1912.

Stauraum
Der Stau- oder Speicherraum der Hauptsperre kann 126,05 Millionen m³ Wasser aufnehmen. Der Möhnesee ist mit seinen vier Abschnitten über zehn Kilometer lang und rund 10,37 km² groß. Bei Vollstau liegt seine tiefste Stelle mit 36 Metern beim Linkturm, der nach dem Erbauer Ernst Link benannt wurde.

Staumauer
Das Absperrbauwerk der Talsperre, das als Gewichtsstaumauer erbaut wurde, besteht aus Bruchsteinmauerwerk, und hat eine Kronenlänge von 650 m.
Um bei Hochwasser einen Überlauf zu ermöglichen sind in der Mauerkrone, unterhalb der Fahrbahn, 105 Öffnungen eingelassen. Ein Teil der Energie des herabströmenden Wassers wird auf der Luftseite der Staumauer durch die hervorstehenden Bruchsteinquader bereits umgewandelt. Um die Mauer zu schonen und wegen der Energieerzeugung wird ein Überlaufen über die Öffnungen der Hochwasserentlastung möglichst vermieden. Zuletzt lief die Talsperre im August 2007 über; das vorletzte Überlauf-Ereignis war 1984.

Ausgleichsbecken und Wasserkraftwerk
Direkt unterhalb der Staumauer befindet sich ein Ausgleichsbecken (Ausgleichsweiher). Der Stauraum ist 0,65 Millionen m³ groß und das Stauziel liegt auf 183,6 m ü. NHN.
Das Wasserkraftwerk hat eine Ausbauleistung von 7,04 MW; seine mittlere Gesamtjahresenergieerzeugung liegt bei 12,9 Millionen kWh.
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Die Nacht des 16./17. Mai 1943 - Die Zerstörung der Möhne-Talsperre
In der Nacht vom 16. auf den 17.Mai 1943 griffen britische Bomber sechs Talsperren im Sauerland und in Nordhessen mit eigens für diesen Zweck konstruierten Rotationsbomben an, die nach dem Prinzip eines hüpfenden Kieselsteins in Richtung der Staumauer beziehungsweise des Staudamms springen, dort versinken und in der Tiefe explodieren sollten.

Für die Angriffe auf die Möhne-, Lister-, Sorpe- und Ennepetalsperre des Ruhrverbands sowie die Diemel- und Edertalsperre an der Grenze zu Nordhessen hatten die Piloten der Royal Air Force monatelang trainiert.

Die verheerendsten Folgen des Angriffs gab es an der Möhnetalsperre: Hier erreichte eine der abgeworfenen Bomben ihr Ziel und verursachte einen Riss in der Mauer, der sich durch den Druck der ausströmenden Wassermassen rasch zu einer fast 80 Meter breiten Lücke erweiterte.

Mit einer Höhe von bis zu sieben Metern raste die Flutwelle durch das enge Möhnetal und riss alles mit sich, was ihr im Weg stand. In weniger als neun Stunden strömten über 100 Millionen Kubikmeter Wasser aus der Talsperre und ergossen sich bis weit ins Ruhrtal hinein. Häuser wurden fortgespült, Brücken und Straßen zerstört. Das Kraftwerk am Hengsteysee, mehr als 60 Kilometer flussabwärts gelegen, wurde ebenso überflutet wie die Wasserwerke an der mittleren Ruhr. Auf den umliegenden Äckern hinterließ das Wasser unvorstellbare Mengen von Schlamm und Geröll.
Rund 1.600 Menschen kamen bei der Möhnekatastrophe ums Leben, die meisten davon ausländische Kriegsgefangene sowie Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, die in einem Lager fünf Kilometer unterhalb der Sperrmauer untergebracht waren.

Ein Mahnmal am Standort des durch die Flutwelle ebenfalls völlig zerstörten Klosters Himmelpforten erinnert heute an die Toten in diesem Lager. Auch im Ortskern von Neheim, das heute zu Arnsberg gehört und von der Hochwasserwelle schwer getroffen wurde, gibt es ein Mahnmal für die Opfer der Katastrophe. (Ebenso gibt es in Wickede an der Ruhr eine Gedenkstätte für die Wassertoten. – Anmerkung der Redaktion)

Die Menschen in der Region spürten die Folgen der Zerstörung noch monatelang: Die Versorgung mit Trinkwasser war durch die Beschädigung der Stauanlagen und Wasserwerke stark eingeschränkt. Da viele Kläranlagen ebenfalls zerstört oder beschädigt waren, gelangten hoch belastete Industrieabwässer ungereinigt in die Flüsse.

Nachdem sich Albert Speer, Reichsminister für Bewaffnung und Munition, bereits wenige Stunden nach dem Angriff persönlich einen Überblick über das Ausmaß der Zerstörung verschafft hatte, begann die „Organisation Todt“, der Bautrupp des nationalsozialistischen Regimes, rasch mit dem Wiederaufbau und setzte dabei nahezu 4.000 überwiegend ausländische Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ein.

Bereits im September 1943 wurde die Möhnetalsperre wieder eingestaut. Mit dem Wiederaufbau der ebenfalls beschädigten Grundablässe begann der Ruhrverband allerdings erst 1950. Anschließend wurde als Ersatz für das bei dem Angriff zerstörte Hauptkraftwerk ein neues Werk am Auslauf des früheren Umleitungsstollens für Möhne und Heve errichtet. Das alte Nebenkraftwerk wurde abgetragen und – zusammen mit einem deutlich vergrößerten Ausgleichsweiher – ebenfalls durch ein neues Kraftwerk 400 Meter westlich der alten Position ersetzt.
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